|
Bürger übernehmen die Ratsarbeit in Boppard Wir können noch Jahrzehnte warten bis der Rat der Stadt Boppard sich auf einen Schwimmbadbau geeinigt hat, machte Roland Koch, Sprecher der Bürgerinitiative ›Römertherme‹ seinen Unmut zur ›Entschlussfreude‹ des Bopparder Rates in Sachen Bäderbau in Boppard deutlich. Ein langer Blick zurück stützt diese Klage ausdrücklich, denn seit mindestens 1995 gibt es Überlegungen zur Modernisierung des Buchenauer Bades, die nie umgesetzt wurden. Dann holte der Stadtrat monte mare ins Boot. Deren 2006 vorgelegte Machbarkeitsstudie enthielt alle möglichen Varianten, von der reinen Sanierung des bestehenden Bades über eine Erweiterung bis hin zur ›Bestandssanierung, Modifikation und Neubau einer Saunaanlage‹. Zu teuer und zu hohe Folgekosten sagte Rheinland-Pfalz und ließ alle vorgelegten Modelle durchfallen. Auch ein ›abgespecktes Bad‹ als Minimallösung zur Aufrechterhaltung des Schwimmbetriebes fand keine Gnade. 2007 befasste sich der Stadtrat dann erstmals mit einem Neubau. Auf Antrag der CDU-Fraktion wurde für 3, 5 Mio. Euro nach warmem Wasser gebohrt und Thermalwasser von allerbester Bäderqualität gefunden. Doch der Freude darüber folgte schnell die Ernüchterung: Grüne/CDU/FWG wollen diesen Neubau nun nicht mehr. Besser 3, 5 Millionen an Steuergeldern in den Buchenauer Sand setzen, als das einmal begonnene Bauvorhaben zu Ende zu bringen! Begründung der Grünen für den Rückzug: Abwarten bis der Haushalt vorliegt. Der interessiert nun aber nicht mehr, denn die ›Ablehner‹ kommen nun mit einer neuen Variante: Das kleine, abgespeckte Bad. Neu ist das aber nicht, denn genau diese ›Kleinvariante‹ wurde 2007 vom Land bereits zerrissen. Zu teuer, zu hohe Folgekosten, entschied das Land. Und eins ist sicher: Boppard allein kann es nicht bezahlen! Boppard ist zukünftig also ohne Bad! Die Bürger werden dieses unwürdige Spektakel rund ums Bad nun beenden. Es darf keinen Rückfall ins Jahr 1995 geben, keine Neuauflage von Bauplanungen, keine Vorlage von neuen, alten Plänen und kein weiteres Aufschieben von Entscheidungen. Jetzt wird entschieden! Die Bürger müssen am Sonntag nur noch wählen, ob Boppard zukünftig die Römertherme mit Schul- und Vereinsschwimmen hat, oder gar kein Bad. Klaus Thomas, Boppard
Abgekupfert?????? Ein Bopparder Bürger verbreitet mit Vehemenz, egal ob man es hören will oder nicht, dass Er den Begriff für das geplante Bad erfunden hat! Doch schaut man einmal nur ganz einfach über die Stadtgrenzen hinaus, so muss man feststellen, dass der Begriff schon lange in unserer Nähe Verwendung findet. - Es stellt sich also die Frage, wenn wir schon in so kleinen Dingen an der Nase herumgeführt werden, wie mag es wohl mit großen, wichtigen Dingen sein??? – Boppard mit seinen ca. 17.000 Einwohnern braucht ein Bürgerbad für jung und alt, keine ›Edelpfütze‹ für nur 3000! Deshalb muss jeder am 14. März gegen die Römertherme stimmen, damit der Weg für das Bürgerbad für Alle frei bleibt! Rupert Butsch | Römertherme
Römertherme Boppard In vielen Berichten und Leserbriefen werden eifrig Argumente für, gelegentlich auch gegen die Römertherme aufgelistet. Die Darstellung der finanziellen Auswirkungen kommt dabei leider immer zu kurz. Auch in der Einwohnerversammlung wurden vom Bürgermeister zwar viele schöne Bilder von einer Saunalandschaft gezeigt, auf eine übersichtliche Darstellung der betriebswirtschaftlichen Zahlen hingegen legte er jedoch keinen Wert. Diese wurden nur mündlich vorgetragen, zum Teil dabei irreführend und für die Zuhörer nur sehr schwer bis überhaupt nicht nachvollziehbar. Wie bekannt, soll das Römerbad von einer GmbH, bestehend aus Stadt und monte mare, gebaut und betrieben werden. Deren finanzielle Ergebnisse und die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt wurden im September in einer Prognose A dem Stadtrat vorgestellt. Diese Prognose sowie die Vertragsentwürfe wurden auf Antrag der Stadträte von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überarbeitet und fortgeschrieben (Prognose B).Der Stadtrat hat sich noch nicht darauf verständigt, welches der beiden Prognosen als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden soll. Im Folgenden werden die beiden gegenübergestellt: A B Baukosten (Mio €) 17,6 20,3 jährlich: Besucher (Tsd) 238 238 Zahlung der Stadt an GmbH (Tsd €) 208 499 Verlust (Tsd €) 656 1.022 Der angegebene Verlust entspricht der Summe des Eigenkapitals, welche der GmbH und der Stadt jährlich verloren geht. Da die Stadt für die GmbH eine 100% Bürgschaft übernimmt, muss dieser Gesamtverlust bei den finanziellen Überlegungen mit einbezogen werden (Schattenhaushalt). Dieser Verlust beläuft sich bei dem jetzigen alten Bad auf ca. 640.000 € jährlich. Er sollte durch den Bau eines neuen Schwimmbades deutlich verringert werden. Zur Steigerung der Beträge von A nach B führten nicht übervorsichtige Sicherheitszuschläge, sondern begründete, unabweisbare und noch nicht in der Prognose A berücksichtigte Ausgaben. Neben den aufgeführten jährlichen Belastungen ist auch in die Bewertung mit einzube-ziehen, dass bei einem wirtschaftlichen Scheitern der Therme die Stadt alleine so gut wie alle Verluste übernehmen muss. Ausführlichere Informationen unter www.FWG-Boppard.de Heinz Klinkhammer FWG-Stadtrat Boppard
Boppard braucht ein Schwimmbad Mit Entsetzen habe ich in verschiedenen Gesprächen zur Kenntnis genommen, dass die Mehrheit im Stadtrat der Stadt Boppard die ›Römertherme‹ noch immer vor sich herschiebt. Fehlt es am Mut, den Neubau einfach abzulehnen? Um was geht es eigentlich? Geht es darum, dem Bürgermeister mal ›ans Bein zu pinkeln‹ oder geht es darum, den Kindern und Jugendlichen die Ausbildungsmöglichkeiten im Hallenbad zu nehmen? Seit 1963, der Gründung der DLRG Boppard, haben zunächst im Freibad und ab 1973 im Hallenbad einige Tausend Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Schwimmen gelernt; viele wurden zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Das soll jetzt vorbei sein? Man könnte fast glauben, dass die ›Badeanstalt Böhmer‹ im Rhein an der Eisbrech wieder aufgebaut werden soll und künftig unsere Kinder im Rhein ausgebildet werden, weil die kompetente Stadtratsmehrheit es so will. Boppard braucht ein modernes Schwimmbad und die "Römertherme" ist hierfür die beste Lösung Diplom-Volkswirt Kurt Gilsbach Ehrenvorsitzender der DLRG Boppard
Grüne Ruine in Boppard-Buchenau Boppard zukünftig ohne Schwimmbad? Das ist denkbar. Die Grünen im Bopparder Stadtrat haben jedenfalls mehrheitlich zusammen mit CDU und FWG so entschieden. Auch die Schuldigen sind nach einer Mitteilung von Grünen-Chef Klaus Brager schon gefunden: Das sind die Bürger, denn die können den Haushalt nicht lesen. Dabei gilt es, eine ganz einfache Rechnung aufzumachen: Überwiegend einvernehmlich hatten die Bopparder Stadträte zurückliegend der Ausgabe von 3, 5 Mio. Euro zugestimmt mit dem Ziel, ein neues Bad für Boppard zu bauen. In der letzten, entscheidenden Sitzung zum Baubeginn haben die Grünen sich von diesem Ziel verabschiedet, nun wollen sie das Bad nicht mehr. Die bereits ausgegebenen 3, 5 Mio. Euro belasten den Haushalt der Stadt aber mit etwa 120.000 Euro /Jahr. Bei 30 Jahren Laufzeit zahlen die Bürger noch einmal rund 3, 5 Mio. Euro an die Bank. 7 Mio. Euro ausgegeben FÜR NICHTS! 3 Mio. Euro Landeszuschuss sind mit der Grünen-Entscheidung gegen das Bad ebenfalls verwirkt. Macht zusammen 10 Mio. Euro Steuergelder, die schlicht verbrannt wurden! Die Folgekosten für die Bürger von mindestens 100.000 Euro jährlich, zum Beispiel für die Schülerbeförderung zum Schwimmunterricht in Bäder der Umgebung, sind da noch nicht mitgerechnet. Zur Erinnerung: Die geplante Römertherme sollte mit 14 Mio. Euro annähernd so viel kosten, wie jetzt verpulvert wurde. In der großen Politik werden nach so unglaublichen Vorgängen Untersuchungsausschüsse eingesetzt, die in der Regel den Rücktritt der Verantwortlichen bewirken. Rheinland-Pfalz hat das gerade erst erlebt. Was für die große Politik gilt, sollte auch für die kleine Politik gelten! Oder? Eine Grüne Ruine in Buchenau? Niemals, das scheint angesichts der vielen tausend Schwimmbadbefürworter sicher zu sein. Trotzdem ist es aber auch wichtig festzustellen, ob die Grün-Initiierte Ablehnung des Bäderbaus wegen rein monetärer Bedenken erfolgte. Ansonsten wäre der Politik in Boppard ein Bärendienst erwiesen worden. Klaus Thomas Boppard
Brot und Spiele Wenn ich mir so die letzte Einwohnerversammlung vor Augen führe, muss ich feststellen, dass die Devise der Römer ›Brot und Spiele‹ auch noch 2009 in Boppard gilt. Der Bürgermeister übte sich wieder in der Selbstdarstellung, machte das ein und das andere Späßl´e zur Erheiterung einzelner Anwesender auf kosten Anderer, redete viel – aber sagte dennoch nichts Konkretes und Neues. So kenne ich ihn, so ist eben unser Bürgermeister. Doch die Themen waren und sind zu bedeutsam für uns in Boppard, als dass man einfach zur Tagesordnung übergehen könnte, getreu dem Motto »einfach gut – weiter so????« Die vielen Lesebriefe zeugen davon, dass der Bürgermeister es eben nicht zugelassen hatte, dass während der Einwohnerversammlung alle Gesichtspunkte zur Sprache gekommen sind. Das bedeutendste Thema in dieser Einwohnerversammlung war unser Schwimmbad, obwohl es noch weitere gab und gibt. Doch warum wird seitens des Bürgermeisters und einzelner Stadtratsmitglieder plötzlich so eine Eile im Entscheidungsprozess an den Tag gelegt? Der Bürgermeister hat hierzu ganz kurz eine Antwort gegeben, bevor er wieder einmal auf die › Römertherme‹ zu sprechen kam. Aufgrund der Wasseruntersuchungen sieht sich das Gesundheitsamt veranlasst, zu unserem Schutze das Bad zu schließen, weil der Bürgermeister in den vergangenen Jahren nichts unternommen hat, die Technik auf Stand zu bringen. Und welcher Bürgermeister lässt sich gerne vom Gesundheitsamt das Bad schließen?, der Bürgermeister schließt doch lieber das Bad für einen Neubau, egal was dieser kostet. Weiterhin wurde während der Versammlung lebhaft darüber diskutiert/gestritten, welche Prognosenzahlen stimmen würden. – Warum hat der Bürgermeister denn nicht für uns Bürger zu dieser Einwohnerversammlung auch Vertreter der Firmen eingeladen, die diese Prognosen erstellt haben? Warum hat er sie nicht zu Wort kommen lassen, obwohl Personen dieser Firmen während der Einwohnerversammlung in der Stadthalle waren? – Ich glaube, soweit geht eben nicht die Offenheit und Objektivität unseres Bürgermeisters! -Warum eigentlich nicht?? Der Bürgermeister und die von der Bürgermeister-Fanclub-Bewegung scheinen sich schon auf Monte Mare festgelegt zu haben, obwohl es noch keinen Vertrag mit Monte Mare gibt. Werden sie auch alles schlucken, was Monte Mare will? Der Bürgermeister teilte uns mit, das Monte Mare nur ca. 245.000 Euro ins Stammkapital einbringen wird. Sie werden für keine Investitionen haften, sie werden das jährliche Defizit der GmbH nicht ausgleichen, sondern hierfür muss der Stadthaushalt jährlich herhalten (ca. 490.000 Euro). Und sie werden wahrscheinlich ein Managementgehalt von 200.000,- bis 300.000,- jährlich erhalten. Unter solchen Rahmenbedingungen kann doch jeder das Management machen, da könnten sich doch auch Herr Dr.Mohr (BfB) oder Herr Noe (SPD) melden. Wer also kein Geld zur Investition einbringt, für nichts haften , kein Defizit ausgleichen muss, und dann noch ein jährliches Managementgehalt erhält, der ist doch fein raus , der ist doch der Gewinner bei diesem Projekt. Nimmt man sich einmal die Zeit, und überschlägt nur ein paar Zahlen, so wird einem die ganze finanzielle Dimension etwas konkreter. Der Managementvertrag mit Monte Mare soll 30 Jahre laufen. Jeder weiß, dass dies auch bedeutet, dass an den Vertrag auch alle vertragsschließenden Parteien 30 Jahre gebunden sind. In diesen 30 Jahren würde Monte Mare (unabhängig vom Betriebsergebnis) ca. 6 – 9 Millionen an Mangementgehalt beziehen – der Stadthaushalt müsste u.a.ca. 15 Millionen an jährlichem Defizit ausgleichen, und für alle Kredite haften. Warum wollen der Bürgermeister und seine Fanclub-Bewegung über 17 Millionen investieren, wenn fast die gleiche Summe an Defizit während der Vertragslaufzeit zu schultern ist? Gibt es da noch andere Interesse? Der Bürgermeister erwähnt gebetsmühlenartig immer wieder, dass die Wirtschaftlichkeit von zwei Unternehmen berechnet worden ist. Hier wäre es für uns Bürger interessant zu wissen, wie lautete genau der Prüfauftrag? Denn wir müssen uns vor Augen führen, dass in Boppard an verschiedenen Stellen schon Wellness -Angebote zur Verfügung stehen, und diese sind nicht überfüllt. Weiterhin ist es eine Tatsache, dass Monte Mare als Unternehmen nie in Boppard ein Wellness - Angebot bis heute schaffen wollte - vielleicht rechnet es sich für Monte Mare als Unternehmen nicht? Erst als der Bürgermeister quasi alle Kosten uns Bürger vertraglich auflasten will, scheint es sich für Monte Mare zu rechnen, sodass sie die Analyse, die Planung und das Management übernehmen wollten/wollen. Alles Bereiche, wo der Geldfluss immer von Boppard nach Monte Mare geht – aber nie umgekehrt! Weiterhin hat der Bürgermeister in der Einwohnerversammlung klar geäußert, dass die Kinder und Jugendliche ›nicht die Zielgruppe‹ beim Projekt der Römertherme seien! Wo sollen denn dann bitte zukünftig junge Familien mit Kleinkinder und unsere Jugendlichen schwimmen gehen und toben dürfen? Ist das nun die Familien- und Jugendpolitik der SPD?? Wir haben schon einmal erlebt, wie der Bürgermeister die Jugendlichen verars…. hat. Im Wahlkampf versprach er und die SPD den Jugendlichen einen Jugendraum in Buchenau. Er setzte hierfür auch einige Tausend Euro aus dem städtischen Haushalt ein – doch aus dem Jugendraum in Buchenau ist nie etwas geworden. Ich glaube, nur um die Jugendlichen in seinem Wahlkampf ruhig zu halten, versprach er dies ohne die Absicht zu haben, den Jugendraum in die Tat umzusetzen. Dass die Finanzsituation sich dramatisch verschlechtert hat, dürfte mittlere Weile vielen in Boppard bekannt sein. Weil Stadtrat und Bürgermeister ihren ›Hausaufgaben‹ nicht nachgekommen sind, sah sich die Kommunalaufsicht gezwungen, die erste Stufe der Notbremse zu ziehen, um weiter gehenden Schaden für unsere Stadt abzuwehren. Alle kostenpflichtigen freiwilligen Maßnahmen dürfen nicht durchgeführt werden. So dürfen die Ortsbeiräten mit ihren Dispositionsmittel nicht mehr die Vereine finanziell unterstützen. Dies ist beschämend, da gerade die Vereine einen wesentlichen Anteil am gesellschaftlichen Miteinander haben. So wird es auch bei einer eventl. Römertherme nicht möglich sein, den rechnerischen Einnahmeausfall durch die Trainingsveranstaltungen des DLRG´s und des Tauchclub´s durch die Stadt auszugleichen, da dies ja freiwillige Maßnahmen sind, die vorerst einmal für die Stadt Boppard verboten sind. Es wäre auch den anderen Vereinen ungerecht gegenüber, wenn z.B. SSV Boppard oder TG oder Nachbarschaften keine finanziellen Unterstützungen mehr erhalten dürfen, aber der Einnahmeverlust durch die Trainingsstunden der DLRG und des Tauchclub´s sollen stillschweigend von der Stadt getragen werden. Boppard ist eine schöne Stadt, die einiges zu bieten hat. Leider hat der Bürgermeister diese Chancen vertan, ich meine, er gaukelt der Mehrheit der Bevölkerung etwas vor. Wenn jeder sich einmal vor Augen hält, dass der Bürgermeister letztes Jahr noch voller Stolz per Presseberichte verkünden ließ, dass Boppard das höchste Gewerbesteueraufkommen im ganzen Kreis hatte, und ein Jahr später ist Boppard die Stadt mit den höchsten Schulden – dann bleibt doch die Frage was der Bürgermeister alles mit dem Geld angestellt hat? Wo ist es geblieben? Das erinnert an den klassischen ›Lottomillionär‹, der mit seinem großen Gewinn nichts Vernünftiges anfangen konnte, und Jahre später bettelarm war, und von der Sozialhilfe leben muss. In dieses Bild passen natürlich auch die zigtausenden Euro an Verlusten mit den Zinsderivaten, die der Bürgermeister, meine ich, zu verantworten hat. Der SPD-Bürgermeister von Boppard scheint kein ,,Händchen“ für Finanzpolitik zu haben, unter seiner Amtsführung hat die Stadt Boppard eine noch nie da gewesene Verschuldung erlebt. Meiner Meinung nach hat er den Titel ›Schuldenbaron von Oppenhausen‹ verdient. Wie weit seine Ehrlichkeit geht, zeigt der Artikel vom 31.12.2009 in der Rhein-Hunsrück-Zeitung »Kreis: Boppard bald 40 Millionen Schulden«. Spinnt die Aufsichtsbehörde, oder sagt die uns endlich die Wahrheit? Gaukelt der ›Schuldenbaron von Oppenhausen‹ uns nur etwas vor, weil er für sich ein Prestigeobjekt realisieren möchte? Warum hat der ›Schuldenbaron von Oppenhausen‹ uns Bürger in der Einwohnerversammlung nichts von diesem Schuldenzenario gesagt? Warum hat er die Frage einer Bürgerin nicht beantwortet, wie er sich die Schuldentilgung zukünftig vorstelle, und ob wegen diesen Prestigeprojekten andere Maßnahmen (Kinderspielplätze, Straßeninstandhaltung,etc,) nicht mehr zur Diskussion stehen? Fazit. Wenn der › Schuldenbaron von Oppenhausen‹ schon uns nicht die ganze Wahrheit sagt, wie viel dürfen wir der Bürgerinitiative ›pro Römertherme‹ glauben, wenn sich deren Mitstreiter immer auf die Äußerungen des SPD-Bürgermeisters der Stadt Boppard beziehen? Es ist legitim und demokratisch gut, wenn Minderheiten alle ihre Rechte ausnutzen. Doch wann haben sich in der Vergangenheit Dr.Mohr (BfB) , Herr Noe (SPD) und die FDP für den Werterhalt unseres Schwimmbades eingesetzt? Sie sind auch nicht gerade die ausgewiesen ›Wasserratten‹ des Bopparder Schwimmbades! Wann waren sie denn wie oft dort schwimmen?? Wenn sie unbedingt Sauna und Massage haben wollen, dann können sie sich diese heute schon leisten. Lassen sie aber den Familien mit Kleinkindern und den Jugendlichen das ›Spaßbad‹ in Boppard. Minderheiten können eben nicht ihre persönlichen Interessen auf Kosten der Allgemeinheit durchsetzen wollen, es sei denn, die demokratischen Spielregeln werden auf den Kopf gestellt. In der Demokratie entscheidet die Mehrheit über das Volkswohl Ich hoffe, dass die Stadträte, die durch die dramatische Finanzsituation der Stadt Boppard endlich aufgewacht sind, und einer bodenlosen weiteren Verschuldung Einhalt gebieten wollen, sich nicht von Minderheiten zu Entscheidungen vorführen lassen, die die Allgemeinheit dann aber mit zu tragen bekommt. Wir alle werden in diesem Jahr es zu spüren bekommen, was es heißt solch einer Verschuldung tatenlos zugesehen zu haben (bzw. Minderheiten sogar für gut befinden). Jetzt schon geht das Gerücht um, dass die Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer ›spürbar‹ angehoben werden. – Nicht nur in Mainz und/oder Berlin wird ›der Michel‹ geschröpft bis es nicht mehr geht, auch der ›Schuldenbaron von Oppenhausen‹ möchte dies mit uns machen! Mit freundlichen Grüßen Robert Butsch
Geld für die Ortsbezirke oder Römertherme In einem Rundschreiben an alle Stadtratsmitglieder hat der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Reimund Möcklinghoff mitgeteilt, dass er in Buchholz „nicht verkünden müssen will, dass selbst für kleinere Maßnahmen in Buchholz … keinerlei finanzielle Mittel mehr zur Verfügung stehen werden. Dafür kann der Schwimmbad-Standort Boppard m. E. ggf. vorübergehend, - ggf. aber auch für immer aufgegeben werden!! Möcklinghoffs Fazit: »Aus der Erfahrung meiner Kinder (inzwischen 15 / 19 / 20 Jahre alt) weiss ich außerdem, dass es für sie schon im letzten Sommer überhaupt kein Problem war, mit ihren Freunden nicht nach Boppard, sondern nach Werlau - oder ggf. auch nach Koblenz oder Emmelshausen zum Schwimmen zu fahren. Wer schwimmen will, vor allem aber saunieren gehen will, kann dies ggf. auch in benachbarten Gemeinden tun!« Was jeder wissen muss: Auf Initiative von Herr Möcklinghoff hat die CDU-geführte Stadtratsmehrheit dafür gesorgt, dass wir uns für 4,2 Mio. Euro in Buchholz ein sehr großes Neubaugebiet in den Jahren 2009/2010 mit einem großen Teilgebiet für Mietshäuser entlang der Casinostraße leisten, obwohl in Buchholz 30 Wohnungen leer stehen und keine Nachfrage für Mietwohnungsbau besteht. Statt in Abschnitten das Neubaugebiet nur für Einfamilienhausbau zu realisieren haben wir nun bei Ausgaben von 4,2 Mio Euro nur Einnahmen in Höhe von 1 Million Euro durch Bauplatzverkäufe bis Ende 2010 sichern können. Ich empfinde es als unverantwortlich, statt der Verantwortung für die Finanzlücke von 3,2 Mio. Euro zu übernehmen nun auch für immer den Schwimmbadstandort Boppard auslöschen zu wollen. Willi Müller Mitglied Stadtrat Boppard
Leserbrief zum Leserbrief von Dr. Mohr. Römertherme: Auch wer kein Geld hat kann Geld verlieren Nun denn, wenn ausgerechnet Dr. Mohr Luther zitiert, dann möchte ich das auch tun. Es gibt noch einen besseren Spruch von Martin Luther der zu ihm passt, nämlich »Ich fürchte nichts, weil ich nichts habe«. Das fällt mir ein wenn ich in unsere Stadtkasse schaue. Während einige Stadträte sich auf ihre Verantwortung berufen und in Zeiten von Rekordschulden die Notbremse ziehen, sind andere anscheinend in Endzeitstimmung und gehen Risiken ein die sie in ihrem Privatbereich niemals eingehen würden und auch könnten. Aber mit anderer Leute Geld geht’s halt immer einfacher zu, da brauch man sich anscheinend keine Sorgen zu machen. Ich kann nichts dafür, dass bei ihm anscheinend Briefe von Aufsichtsbehörden umgehend im Papierkorb landen oder einfach nicht gelesen werden. Wir haben doch vor einigen Tagen erlebt wie ein kleines Bauvorhaben trotz 80 % Zuschuss nicht realisiert werden konnte, da die Stadt keine 13.000 Euro ausgeben durfte. Aber eine Stadt mit 15.000.000 + X in die Haftung zu ziehen, da sollen alle Hurra schreien?! Ich wohne zwar nicht „hinter dem Wald“ sondern unmittelbar am Rhein, habe aber trotzdem nicht vor jedem Rattenfänger hinterherzulaufen. Ich kann verstehen wenn zurzeit viele Bürger auf den Listen der Bürgerinitiative gutgläubig unterschreiben, da es ja um ›ihr Schwimmbad‹ angeblich geht. Dabei ist das Schwimmbad in den Plänen nur untergeordnet (wirtschaftlich natürlich nachvollziehbar). Übrigens bei monte mare in Rengsdorf ist Schwimmen schon abgeschafft worden, da gibt es nur noch Sauna und Wellness (kann man auch im Internet nachlesen). Und wenn ich manche höre für was sie meinen auf einer Liste unterschrieben zu haben, da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Ich kenne wenige Bürger, die kein Schwimmbad möchten, gleichzeitig sagen aber viele »ich weiß nicht wie das geschultert werden soll«. Als die ersten Beschlüsse zum Schwimmbad gefasst wurden, da ging es Boppard noch gut. Und wie in jeder Firma muss man bei dramatischen Entwicklungen auch innehalten dürfen und überdenken. Im Übrigen sind die Kosten der Bohrung wesentlich höher geworden wie das was dem Stadtrat anfangs vom Bürgermeister vorgerechnet wurde. Das erklärt auch zum Teil die Vorsicht bei den anstehenden Beschlüssen. Der Stadtrat hat die weiteren Schritte nicht abgelehnt sondern bis zum Haushaltsplan 2010 verschoben (soll Anfang 2010 vorliegen). Dann werden auch Aufsichtsbehörden uns sagen, ob wir überhaupt was dürfen. Wir sollten aber auch nicht wie kleine Kinder Wunschzettel aufstellen und die Entscheidung ob wir dürfen und können der Aufsicht überlassen. Ich jedenfalls gehöre nicht zu der Abteilung: Ich habe nix, ich darf auch nix, ich will aber. Und wenn sich jemand bei solchen Fragen nur auf das Eigenkapital der Stadt beruft, der soll mir auch sagen, wem er die Ortsstraßen und Mehrzweckhallen denn verkaufen möchte oder kann. Die Schlüsselfragen der nächsten Jahre wird sein, ob die Einnahmen der Stadt mit den horrenden Ausgaben Schritt halten können. Dr. Mohr ist jedenfalls nicht farblos, da er mittlerweile rot denkt und handelt und bei jeder Ausgabe in Boppard Hurra schreit. Wenn ich als ›Schwarzer‹ farblos bin weil ich mit Blick auf die Zukunft verantwortungsvoll handeln möchte, dann stehe ich auch dazu. Ich will auch ein Schwimmbad, aber ich möchte nicht ertrinken. Abschließend möchte ich auch erwähnen, dass man den Bürgern nicht erzählen darf, dass die zu gründende GmbH für alle Verluste aufkommen würde, wie es bei manchen Gesprächen für die Unterschriftenliste geschehen sein soll. Verluste wird am Ende die Stadt tragen, die auch für den Gesamtkredit haften muss. Die Gesellschaftsform GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) sagt ja schon alles. Und dabei fällt mir letztendlich als Katholik auch wieder ein Spruch von Martin Luther ein: »Eine Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, umso größer wird er«. Wolfgang Spitz Vorsitzender des CDU Stadtverbandes
Mit Verzagtheit ist Boppards Zukunft nicht zu gestalten
Bereits Luther brachte es in einem seiner bekannten Zitate auf den Punkt, dass man mit Verzagtheit nichts gewinnen kann. Dies habe ich der Schwarz-Grünen Koalition bereits in der letzten Legislaturperiode zum Thema Schwimmbad vorgehalten...es hat sich nichts geändert! Zur "Römertherme Boppard" und der Zusammenarbeit mit Monte Mare gibt es keine wirkliche Alternative! Die tatsächliche Belastung des Haushaltes betrüge bis zu 499.000,- Euro jährlich, eher weniger! Die Kreditaufnahme für das Projekt würde über die zu gründende Gesellschaft erfolgen (ca. 14,5 Mio. Euro) und nicht über den Haushalt der Stadt Boppard! Monte Märe will sich ohne Ausstiegsklausel langfristig an Boppard binden. Das Risiko der Bürgschaft der Stadt für die verbleibenden Investitionskosten ist angesichts der Bilanzsumme über das Vermögen der Stadt von rund 150 Mio. Euro und dem Eigenkapital von 78 Mio. Euro vertretbar. Glaubt denn wirklich einer der »Verzögerer«, Monte Mare käme nach Boppard, um endlich einmal eines ihrer Projekte in den Sand zu setzen? Ich möchte den Begriff des »Hinterwäldlertums« nur ungern gebrauchen, aber er drängt sich geradezu auf, wenn von Leserbriefschreibern behauptet wird, die Römertherme brächte keine zusätzlichen Gäste in die Stadt. Im Gegenteil: für Gastronomie und Gewerbe würden sich ungeahnte Synergien entwickeln können. Zu Ostern wird unser marodes Bad geschlossen! Eine »Renovierungslösung« ohne eine Gesellschaft Monte Mare, nur zu Lasten des Stadt - haushaltes, ist nicht möglich angesichts der derzeitigen Kassenlage. Der derzeitigen Schwarz-Grün-Farblosen Koalition sei gesagt: »Kommt mit ins Boot! Es ist noch nicht zu spät. Eine außerordentliche Stadtratssitzung ist jederzeit möglich. Ansonsten geht nach Hause hinter Euren warmen Herd und wartet einfach bis alles vorbei ist«. Wir haben jedenfalls den Mumm die zukunftsträchtige Entscheidung für die Römertherme zum Wohl der gesamten Stadt zu tragen. Dr. Jürgen Mohr (Fraktionsvorsitzender BfB)
Zu Römertherme Boppard
In vielen Berichten und Leserbriefen werden eifrig Argumente für, gelegentlich auch gegen die Römertherme aufgelistet. Die Darstellung der finanziellen Auswirkungen kommt dabei leider immer zu kurz. Auch in der Einwohnerversammlung wurden vom Bürgermeister zwar viele schöne Bilder von einer Saunalandschaft gezeigt, auf eine übersichtliche Darstellung der betriebswirtschaftlichen Zahlen hingegen legte er jedoch keinen Wert. Diese wurden nur mündlich vorgetragen, zum Teil dabei irreführend und für die Zuhörer nur sehr schwer bis überhaupt nicht nachvollziehbar. Wie bekannt, soll das Römerbad von einer GmbH, bestehend aus Stadt und monte mare, gebaut und betrieben werden. Deren finanzielle Ergebnisse und die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt wurden im September in einer Prognose A dem Stadtrat vorgestellt. Diese Prognose sowie die Vertragsentwürfe wurden auf Antrag der Stadträte von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft überarbeitet und fortgeschrieben (Prognose B). Der Stadtrat hat sich noch nicht darauf verständigt, welches der beiden Prognosen als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden soll. Im Folgenden werden die beiden gegenübergestellt: A B Baukosten (Mio €) 17,6 20,3 jährlich: Besucher (Tsd) 238 238 Zahlung der Stadt an GmbH (Tsd €) 208 499 Verlust (Tsd €) 656 1.022 Der angegebene Verlust entspricht der Summe des Eigenkapitals, welche der GmbH und der Stadt jährlich verloren geht. Da die Stadt für die GmbH eine 100% Bürgschaft übernimmt, muss dieser Gesamtverlust bei den finanziellen Überlegungen mit einbezogen werden (Schattenhaushalt). Dieser Verlust beläuft sich bei dem jetzigen alten Bad auf ca. 640.000 € jährlich. Er sollte durch den Bau eines neuen Schwimmbades deutlich verringert werden. Zur Steigerung der Beträge von A nach B führten nicht übervorsichtige Sicherheitszuschläge, sondern begründete, unabweisbare und noch nicht in der Prognose A berücksichtigte Ausgaben. Neben den aufgeführten jährlichen Belastungen ist auch in die Bewertung mit einzube-ziehen, dass bei einem wirtschaftlichen Scheitern der Therme die Stadt alleine so gut wie alle Verluste übernehmen muss. Ausführlichere Informationen unter www.FWG-Boppard.de Heinz Klinkhammer FWG-Stadtrat Boppard
Boppard ohne Schwimmbad
Grüne Ruine in Buchenau Die Grünen haben zusammen mit der CDU entschieden, dass die Zukunft von Boppard ohne Schwimmbad stattfindet. Dabei war den Urhebern dieser fatalen Entscheidung offensichtlich sofort klar, dass die Bopparder Bürger diesen Beschluss mit Unwillen aufnehmen würden. Denn unmittelbar nach der entscheidenden Sitzung des Bopparder Stadtrates am 30. 11. 2009 erklärten die Grün-Schwarzen Parteispitzen in inhaltlich nahezu gleich lautenden Leserbriefen entschuldigend den von ihnen herbeigeführten Beschluss: »Wir haben den Antrag auf Vertagung (der Entscheidung) gestellt mit der Vorgabe, nach Aufstellung des Haushaltsplanes 2010 neu zu beraten«, so führt Grünen-Chef Klaus Brager darin aus. Bisher stand fest: 1. Die Stadt Boppard erhält beim Bau der Römertherme einen Landeszuschuss in Höhe von 3 Mio. Euro. Werden diese Mittel nicht kurzfristig zweckbestimmt abgerufen, gibt es das Geld nicht mehr. Dann kann Boppard den Bau der Therme nicht finanzieren. 2. Eine Renovierung des bisherigen Bades in Buchenau verschlingt mindestens 5 Mio. Euro. Zuschüsse dafür gibt es nicht. Das Bopparder Stadtsäckel allein wird wohl sehr, sehr lange nicht mehr in der Lage sein, eine solche Summe aufzubringen. Nach Auffassung von Fachleuten des Landes wäre es aber auch »hinausgeworfenes Geld«. Nach dem Motto, »Boppard braucht eine attraktive Zukunft« waren bis zum jetzigen Zeitpunkt alle Beschlüsse zum Bau der Römertherme im Stadtrat einvernehmlich und mit großer Mehrheit gefasst worden. Bauplanung, Ingenieurleistungen, Bohrung der Quelle usw. wurden von den Stadträten beschlossen. Stattliche 3, 5 Mio. Euro hat Boppard das Projekt bisher gekostet. Und jetzt, in der alles entscheidenden letzten Sitzung des Stadtrates am Ende einer langen Periode von kostenträchtigen Vorleistungen und Vorbereitungen zum Bau der Römertherme stellt sich Grünen-Chef Klaus Brager mit erhobenem Finger in die Öffentlichkeit und spricht von einem wachsamen Auge auf den städtischen Haushalt. Wohl wissend, dass mit dieser Entscheidung weitere 3 Mio. Euro abzuschreiben und damit bisher insgesamt 6, 5 Mio. Euro in den Sand gesetzt sind. Denn das Land fördert nur den Bau der Therme. Wo war das wachsame Auge denn zurückliegend?? Nur eine Woche vorher wurde der Bereitstellung von 3 Mio. Euro in den Städtischen Haushalt für die Sanierung der Alten Bopparder Burg einstimmig zugestimmt. Ein erhobener Finger war da nicht zu sehen. Fakt ist nach diesem Antrag der Grünen und dem von der CDU mehrheitsfähig gemachten Beschluss vom 30. 11. 2009, dass Boppard vom nächsten Jahr an ohne Bad ist. Diese grün-schwarze Entscheidung trifft die Lebensqualität der Bopparder und seiner Gäste bis ins Mark und in allen Lebensbereichen. Und sie wird für die Bopparder Bürger noch teuer werden: Nahezu 1500 Schüler werden an den Bopparder Schulen unterrichtet. Für ihren Schwimmunterricht steht das Schwimmbad Buchenau zur Verfügung. Auch die Römertherme garantierte das uneingeschränkte Schulschwimmen weiter. Zukünftig werden die Schüler auf irgendein Schwimmbad ausweichen und dorthin befördert werden müssen. Die Fahrtkosten trägt die Stadt Boppard. Je nach Entfernung der neuen Schwimmbäder sind 100.000 Euro Beförderungskosten für die Stadt jedes Jahr schnell überschritten. Die kleinsten Mitbürger in unserer Mitte fuhren bisher mit ihren Eltern oder mit ihren Kindergärten nach Buchenau zum Badespass. Und jetzt? Wo lernen sie nun das Schwimmen? Wer täglich zur Erhaltung oder Stärkung seiner Gesundheit oder für soziale Kontakte ins Schwimmbad nach Buchenau gefahren ist, darf sich zukünftig ins Auto setzen und auf den Hunsrück fahren. Aber auch mit Wassersport, Aquajogging, Sporttauchen oder mit der DLRG-Mannschaft ist es aus. Alle müssen sich nun eine neue Bleibe suchen und –wer weiß, wo sie die finden- die Fahrtkosten dahin natürlich selbst übernehmen. Der Tourismus hat für die Stadt Boppard eine sehr hohe wirtschaftliche Bedeutung. Auch das allgemeine Leben in der Stadt wird in sozialer und kultureller Hinsicht maßgeblich durch den Fremdenverkehr bestimmt. »Die geplante Römertherme Boppard mit einem ausgiebigen Thermalbad-, Sauna- und Wellnessangebot soll Boppard im Wachstumsmarkt Gesundheitstourismus positionieren«, so heißt es in dem am 23. 11. 2009 auch von grün-schwarz verabschiedeten Papier zur Tourismusstrategie 2009. Und wie heißt es nun zukünftig? Ab nach Simmern oder Emmelshausen! Einvernehmlich und Partei übergreifend waren im Stadtrat regelmäßig begleitend immer wieder Gutachten mit der Prüfung der Risiken des Unternehmens Römertherme in Auftrag gegeben worden, um die Wirtschaftlichkeit auch von neutraler und fachlich fundierter Stelle abklopfen zu lassen. Auch das letzte jetzt vorgelegte Gutachten bescheinigte: Das Vorhaben ist seriös, bietet gute Zukunftschancen und Boppard spart gemessen an dem alten Schwimmbad in Buchenau mit der Inbetriebnahme der Römertherme etwa 150.000 Euro jährlich. Der Nachtragshaushalt 2009 war nur eine Woche vor der fatalen Entscheidung gegen den Thermenbau, am 23. 11. 2009, im Stadtrat beschlossen worden. Dabei stellte der Bürgermeister auch die zu erwartenden Zahlen für 2010 und für die Folgejahre vor. Alle Zahlen sind also wesentlich bekannt. Da bleibt die dringende Frage, was will Herr Brager noch beraten, wenn der gedruckte Haushalt vorliegt? Und warum will er diese dann nicht mehr finanzierbare Sache nochmals in den Rat zurückholen? Als grüne Beerdigungsfeier für das Bad vielleicht? Der Antrag der Grünen im Stadtrat richtet sich wegen seiner fatalen Folgen gegen alle Bürger der Stadt. Wir Bürger wollen aber keine »Grüne Ruine« in Buchenau. Jetzt sind die Bürger der Stadt gefordert, diesen Unsinn in einem Bürgerentscheid zu ändern. Klaus Thomas Boppard
Diskussionspapier zum Thema Schwimmbad in Boppard
Quellen: Rund um Boppard »Nun doch keine Römertherme?“ von Ralf Hübner Rund um Boppard »Leserbriefe“ von Joachim Brockamp (BfB) und Klaus Brager (Die Grünen) Stellungnahme der CDU zum geplanten Neubau der Römertherme Stellungnahme der SPD zum geplanten Neubau der Römertherme Aktuelle Situation: Für die Planung und die Thermalbohrung sind der Stadt Boppard bereits Kosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro entstanden. Bei einer vollständigen Annullierung des Projektes »Römertherme“ wären diese 3,3 Millionen Euro verloren. Außerdem wären in dem Fall die Landeszuschüsse von 1,3 Millionen Euro hinfällig, da ein nicht durchgeführtes Projekt natürlich nicht bezuschusst werden kann. Die 3,3 Millionen Euro sind von der Stadt also allein zu schultern. Aktuell wird von weiteren Kosten für Planung und Bau in Höhe von 17 Millionen Euro ausgegangen. Von den insgesamt 20 Millionen Euro Kosten würde das Land 3 Millionen bezuschussen (inklusive der o.g. 1,3 Millionen Euro). Die 17 Millionen Euro werden über Kredite der Stadt Boppard finanziert. Diese haben eine Laufzeit von 30 Jahren. Innerhalb dieser 30 Jahre kommen weitere Renovierungs- und Instandhaltungskosten dazu, die mit der Zeit natürlich steigen werden. Eine beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geht somit von etwa 1 Millionen Euro Kosten pro Jahr für die Stadt Boppard aus. Darin sind die Kosten für Instandhaltung, Abschreibung, Zinsen und Schuldtilgung, sowie die Zuschüsse der Stadt Boppard zur GmbH einberechnet. Dazu kommt, dass Boppard im schlechtesten Falle, d.h. »Monte Mare“ steigt aufgrund von Unwirtschaftlichkeit aus, die Kosten zu 100% übernehmen müsste. Das Risiko liegt also bei der Stadt Boppard, nicht beim Unternehmen »Monte Mare“. Aufgrund dieser nicht abschätzbaren Folgen und Risiken ist im Stadtrat nun die Notbremse gezogen worden. Dies hat zur Folge, dass etwaige Landeszuschüsse verloren gehen könnten, wenn das Projekt weiter aufgeschoben oder gar scheitern wird. Eigene Einschätzung: Das Projekt ganz platzen zu lassen, wäre fatal für die Attraktivität des Tourismusstandortes Boppard und insbesondere für die Jugend, das Schul- und Vereinsschwimmen. Ein Schwimmbad, dass jugendgerecht gestaltet ist und für Schüler bezahlbare Preise verlangt, wäre ein Gewinn für uns alle. Allerdings muss man sich fragen, inwiefern das jetzige Projekt zielführend ist. Die Schwimmbadplanung sieht ein Thermalbad vor mit Wellness- und Saunabereich auf Kosten des Jugendfreizeitbereichs. Davon hätte die Jugend nicht viel. Uns geht es vor allem um einen attraktiven Schwimm- und vor allem Außenbereich mit Liegewiese, Sprungtürmen und großen Becken. In der aktuellen Debatte wird nun aber leider mit der Keule der Komplettannullierung gedroht. Anstatt Alternativen zu überlegen, wie das Schwimmbad günstiger oder mit weniger Risiken für die Stadt verbunden realisiert werden können, gibt es nun anscheinend nur zwei Wahlmöglichkeiten: Ganz oder gar nicht! Es ist eindeutig: Die 20 Millionen Euro Kosten, die die Stadt kreditfinanziert trägt, würden Boppard auf Jahre hinweg noch mehr lähmen. Das Geld könnte außerdem bei anderen Jugendprojekten fehlen, wenn dann bei Projektideen direkt auf das teure, von der Jugend so aber garnicht gewollte, Schwimmbad hingewiesen, und damit gedeckelt würde. Vor allem aber sind wir es, die die Last dieser Schulden zu tragen haben werden. Denn es ist unsere Zukunft, die verbaut wird. Wir dürfen keinem Projekt zustimmen, das der Jugend keinen großen Nutzen, wohl aber riesige finanzielle Lasten aufbürdet. Mit dieser Finanzierungsgrundlage darf ein solches »Alte-Herren-Bad“ von uns nicht unterstützt werden. Deshalb müssen wir gemeinsam überlegen, welche Alternativen in Finanzierung oder Planung es gibt, die ein jugendgerechtes Schwimmbad ermöglichen, ohne die Last für unsere Generation unangemessen hoch zu halten! Mein alternativer Lösungsvorschlag: Anstatt eines »ganz oder garnicht“ propagiere ich eine konstruktive Lösung. Im Folgenden bringe ich einige Ideen der Finanzierung und Planung ein. Die Stadt Boppard darf in nicht oder nicht vollständig für die Verluste oder Risiken des privaten Unternehmens haftbar zu machen sein. Dies würde im Endeffekt darauf hinauslaufen, Gewinne zu privatisieren, Verluste aber zu verstaatlichen. Trotzdem muss eine Lösung gefunden werden, dem Partner »Monte Mare“ das Risiko nicht ganz aufzubürden und es für ihn auch finanziell attraktiv zu machen. Steuerentlastung: Dazu soll »Monte Mare“, soweit rechtlich möglich, alle Steuern entlassen werden. Eine Bauruine zahlt auch keine Steuern, durch ein Schwimmbad fließen aber dennoch auch ohne Steuern Gelder in die Taschen der Hoteliers und anderer vom Tourismus abhängiger Gewerbetreibenden, die durch die gestiegene Attraktivität des Standortes Boppard mit einem höheren Tourismusaufkommen rechnen dürfen. Davon profitiert indirekt auch die Stadt Boppard. Eintrittspreise: Des weiteren soll »Monte Mare“ die Höhe der Eintrittspreise auf der Grundlage seiner Wirtschaftlichkeitsprüfung selber festlegen dürfen. Allerdings müssen unterschiedliche Karten für Sauna-/Wellnessbereich und lediglich Freizeit-/Beckenbereich angeboten werden. Dadurch sollen die zahlungskräftigen Kurgäste und Erholungssuchenden automatisch den Freizeitbereich mit subventionieren. Außerdem muss die Stadt Boppard sich verpflichten, die Einnahmeverluste durch künstlich niedrig gehaltene Jugend-/Schülerpreise nach Bedarf zu subventionieren. Das Beispiel im Folgenden behandelt rein fiktive Zahlen und dient der Anschaulichkeit: Wird ein Eintrittspreis von 7 Euro erhoben, so sollen Jugendliche unter 18 und Schüler etc. nur 4 Euro bezahlen. Die 3 Euro, die der Betreibergesellschaft »Monte Mare“ hierbei verloren gehen, sollen von der Stadt Boppard pro Fall bezahlt werden. Schul- und Vereinsschwimmen: »Monte Mare“ verpflichtet sich dazu, Freiräume an den wirtschaftlich ungünstigsten Tagen zu wirtschaftlich ungünstigen Zeiten (d.h. diejenigen, an denen erfahrungsgemäß die wenigsten Besucher kommen) zu schaffen. In diesen muss Vereins- und Schulschwimmen möglich sein, das von der Stadt Boppard bzw. dem Schulträger zu finanzieren ist. Bürgerfonds: Außerdem soll ein Bürgerfonds gegründet werden. Jeder interessierte Bürger, dem an dem Schwimmbad liegt, soll somit einen nicht stimmberechtigten Anteil an dem Schwimmbad erwerben können. Die Anteile werden verzinst und die am Schwimmbad beteiligten Bürger sollen durch »Monte Mare“ eine noch festzulegende Ermäßigung am Eintritt erhalten. Finanzierung: Mit den Zuschüssen des Landes in Höhe von 3,3 Millionen Euro und dem Bürgerfonds könnten bis zu 4 Millionen Euro zusammenkommen. Die übrigen Planungs- und Baukosten in Höhe von 13 Millionen Euro hat »Monte Mare“ zu tragen. Hierbei kann man überlegen, Boppard in Anteilen an der Haftung zu beteiligen. Fazit: Attraktive Wellnessbäder fahren zum Teil immense Gewinne ein. Die Planung des Thermalbades Boppard als Römertherme ist durchaus attraktiv und könnte Besucher locken. Doch ist es unverständlich, die Risiken allein durch die Stadt Boppard tragen lassen zu wollen. Wenn »Monte Mare“ bei wenigstens anteilsmäßiger eigener Haftung zurückzieht, dann kann man davon ausgehen, dass die Wirtschaftlichkeit des Bades zumindest nicht sicher ist. Dann wäre zu überlegen, das jetzige Schwimmbad zu sanieren und durch eventuelle Attraktionen attraktiver für die Jugend zu machen. Das warme Thermalwasser der Bohrung kann dann für eine energieeffiziente und somit kostengünstigere Unterhaltung des Schwimmbades genutzt werden. Ein Schwimmbad ist für eine Stadt wie Boppard notwendig und es wäre sehr schade, wenn es verloren gehen würde. Matthias Ebbertz Mainzer Straße 31
|
|
 |